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Besuch im Verwaltungsgericht Darmstadt

Am 25. Oktober besuchten wir zusammen mit einigen Gästen – darunter zu unserer Freude auch Rotaractern aus Frankfurt – das Verwaltungsgericht Darmstadt. Im Fokus dieses Abends sollte die Welt der Justiz, insbesondere der Beruf des Richters, jenseits der zumeist strafrechtlichen Medienberichterstattung stehen. So empfingen uns die Präsidentin des Verwaltungsgerichts Darmstadt Dagmar Rechenbach und ihr Ehemann Peter Rechenbach, Vorsitzender Richter am Landgericht Darmstadt, zu einem Vortrag, der sich aufgrund der vielen Fragen schnell zu einer unterhaltsamen Diskussionsrunde entwickelte.

Gruppenfoto der Vortragsteilnehmer im Sitzungssaal des Verwaltungsgerichts.

Gruppenfoto der Vortragsteilnehmer im Sitzungssaal des Verwaltungsgerichts.

Dabei standen vor allem die grundlegenden Prinzipien wie die Unabhängigkeit  des Richteramtes und der allgemeine Tagesablauf in diesem Beruf im Vordergrund. Anschließend wurden durch die beiden Vortragenden sehr deutlich die Unterschiede zwischen der ordentlichen Gerichtsbarkeit und der Verwaltungsgerichtsbarkeit aufgezeigt. Der größte Unterschied liege in den Verfahrensmaximen, so Herr Rechenbach. Während das Verwaltungsgericht nach dem Amtsermittlungsgrundsatz Sachverhalte von Amts wegen erforschen müsse, könne sich ein Zivilrichter nach dem Beibringungsgrundsatz in seinem Urteil auf solche Aspekte beschränken, die von den Parteien vorgetragen werden. Schließlich berichteten Herr und Frau Rechenbach von besonders interessanten und zum Teil kuriosen Fällen aus ihrer Laufbahn.

Ein besonderer Dank gilt den Vortragenden für den kurzweiligen und lehrreichen Abend und die Bereitstellung der Räumlichkeit.

Stolpersteine – Auftakt zu unserer neuen Sozialaktion

Mit einem Vortrag von Frau Rützel der Initiative Stolpersteine Darmstadt wurde am 16.08.2016 unser neues Sozialprojekt eingeleitet. Für die kommenden Jahre haben wir als Rotaract Club Darmstadt den Reinigungsdienst für 27 Stolpersteine im Stadtgebiet Darmstadt übernommen.

Doch was sind Stolpersteine überhaupt?

Frau Rützel von der Stolperstein Initiative hält einen Vortrag

Frau Rützel von der Stolperstein Initiative hält einen Vortrag

Die Stolpersteine wurden von ihrem Initiator Gunter Demnig als Kunstprojekt erstmals in Berlin-Kreuzberg verlegt. Initial verlegte er vor allem Stolpersteine für durch das NS-Regime deportierte Sinti und Roma vor deren letztem Wohnort. Bis zum Jahresende werden circa 60.000 Stolpersteine in Deutschland verlegt sein, auch in 18 anderen europäischen Ländern gibt es Stolpersteine. Die Messingplatten werden von Hand beschriftet und meist vom Künstler selbst im Bürgersteig verlegt. Die Stolpersteine erinnern an deportierte Juden, aber auch an Behinderte, Sinti und Roma, in den Selbstmord und die Flucht Getriebene und Gegner des NS-Regimes.

Die Opfer, für die Stolpersteine verlegt werden, werden vom Arbeitskreis hier in Darmstadt anhand der Listen der Deportierten der Gestapo nach umfangreichen Recherchen ausgewählt. Die Idee ist durch die Steine den Opfern wieder „Namen“ zu geben und darauf aufmerksam zu machen, was vor circa 60 Jahren mitten in Darmstadt passierte. Da die Inschrift verhältnismäßig klein geschrieben ist, muss man sich beim Lesen nach unten beugen. Dies ist so gewollt – denn dementsprechend verbeugt man sich symbolisch vor den Opfern.

Stolpersteine in Darmstadt

Die Mitglieder und Gäste des RAC Darmstadt lauschen gespannt den Ausführungen.

Die Mitglieder und Gäste des RAC Darmstadt lauschen gespannt den Ausführungen.

In Darmstadt wurden die ersten Stolpersteine 2005 verlegt. Bis jetzt sind in Darmstadt 267 Steine für die Opfer des NS-Regimes verlegt. Am 7. September 2016 kommen weitere 23 dazu. Die Initiative Stolpersteine zählt derzeit 10 Mitglieder in Darmstadt und freut sich über weitere Unterstützung.

Frau Rützel brachte uns in interessanten Ausführungen auch die Vita und Schicksale der Personen näher, an welche durch die von uns in Zukunft gereinigten Steine erinnert wird. Der sonst sehr humorvolle und kommunikative Rotaract Club Darmstadt wurde bei diesem Thema ernst und nachdenklich und es folgte im Anschluss an Frau Rützels Vortrag eine angeregte Diskussion. Auftakt des Reinigungsdienstes wird ein Stadtrundgang am 27.09.2016 sein.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Rützel für Ihren spannenden Vortrag. Außerdem geht ein großer Dank an die Agentur für Onlinekommunikation „quäntchen + glück“, welche uns für diese Auftaktveranstaltung ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.